BelleVue Ort für Fotografie
 

notwendig
BelleVue-Atelier

9. September – 1. Oktober 2023

Was ist «notwendig» und wofür? Wasser und Luft zum Leben, ein Dach über dem Kopf, das Handy als ständiger Begleiter, viel Geld, um sich ein schönes Leben leisten zu können?


Ein Mitglied des Volkes der Yanomami, die Leser:innen dieses Flyers, eine Basler Fotografin oder König Charles III werden ganz unterschiedliche Antworten haben. Im alltäglichen Sprachgebrauch ist der Bezug zur ursprünglichen Bedeutung «die Not wendend» oft nicht mehr erkennbar.


Neun Fotografinnen und Fotografen haben sich im Rahmen des BelleVue-Ateliers seit dem Winter 2022/23 mit dem Thema «notwendig» auseinandergesetzt. Sie bringen in unterschiedlichen fotografischen Projekten und Bildern ihre persönliche Sicht zum Ausdruck. Die in der Ausstellung präsentierten Arbeiten thematisieren unser Konsumverhalten, das Haareschneiden für Obdachlose oder die Bedeutung von Licht und Schatten in der Formgebung. Sie zeigen Bäume mit ihren Wurzeln und allgegenwärtige Baustellen. Andere Fotografien erzählen vom Erinnern, von der Bedeutung der Musik, von der Notwendigkeit des Reisens für das persönliche Wohlbefinden oder von einem Theater mit Menschen in speziellen Lebenssituationen. Das Atelier ist ein bewährtes, jährlich neu gestaltetes Kernformat von BelleVue und bietet Interessierten die Möglichkeit, eine eigene Fotoarbeit zu entwickeln.

Mit Fotografien von:
Daniel Galliker
Raphaela Graf
Simon Hitzinger
Louis Müller
Lilo Münch
Silvana Parodi-Neef
Margrit Schwarz
Richard Spillmann
Anna Tschannen

Führungen und Veranstaltungen

 

Zur Vernissage am Samstag 9. September organisierte das BelleVue eine Performance von der ausstellenden Fotografin Anna Tschannen mit dem Titel «Haarig».


Anna Tschannen arbeitet als freischaffende Coiffeuse und Künstlerin. «Seit 20 Jahren schneide ich Menschen am Rande unserer Gesellschaft die Haare.» Mit ihrem Coiffeur-Rucksack unterwegs, hört Anna die verschiedensten Lebensgeschichten, die sie als «Haarige Kurzgeschichten» publiziert. Im BelleVue konnte man sie hören und dazu die Fotografien von Anna Tschannen betrachten: verschiedenste Haare, abgeschnitten und auf den Boden gefallen. Anna tanzte auch wunderbar zu ihren Bildern und zu ihren Geschichten. Eine Performance mit einem Drahtgeflecht von Pia Gisler und Musik von Lukas Rickli.  «Ich rolle dich auseinander, rolle mich in dir ein. Du erinnerst mich an einen Haarknäuel. Ich breite dich aus, bewege dich und mich durch den Raum, Bilder und Möglichkeiten entstehen, erlebte Fragmente verknüpfen sich …»


Die Zusammenarbeit mit Anna war für mich schön und bereichernd.


Regine Flury