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Roger Humbert

«Es werde Licht» (Das erste Buch Mose, 1. Kapitel)

 

«Es werde Licht» ist für uns Menschen eine abstrakte Wirklichkeit. Für die fotografische Visualisierung solcher Urgewalten braucht es Kenntnisse über das Licht als Element sowie über die Optik, die Reflexionen und die Brechung des Lichts in transparenten geometrischen Objekten.

 

Die sechs ausgestellten Fotografien bilden keine Gegenstände ab. Die Bildsprache ist absolut realitätsfremd, zeigt aber neue visuelle Realisierungen in der digitalen Fotografie. Die Fotografien wurden nicht verändert und am Computer ausgedruckt. Die Frage ist nun, sind die sechs ausgestellten Fotografien «abstrakt» oder sind die Bilder «konkret». Meine Antwort würde lauten: Die Abstraktion idealisiert einen Gegenstand, Konkret vergegenständlicht eine Idee*. Das Wissen über die Fotografie im digitalen Bereich hat zu grosser Unsicherheit geführt, die Visualisierung auf dem Computer ersetzt unsere persönliche Realität und damit werden fotografische Arbeiten mit «künstlicher Intelligenz» in Verbindung gebracht. Wir erleben hier eine neue Entwicklung unseres individuellen «Sehens». 

 

Roger Humbert

 

 

* Zitat von Prof. Dr. Gottfried Jäger, Bielefeld.

 

Roger Humbert (CH)

ist ein Pionier der konkreten Fotografie. In ihrem Zentrum stehen die fotografischen Mittel, insbesondere das Licht. Losgelöst vom Gegenstand strebt die konkrete Fotografie nach einer reinen Fotografie, die nur sich selber thematisiert.

 

Seit den 1950er Jahren hat Roger Humbert ein umfangreiches und eigenwilliges Werk geschaffen. Seine Fotogramme bilden nicht ab, sondern erschaffen im Augenblick der Belichtung auf dem Fotopapier eine neue Wirklichkeit: Formelemente werden unter einer Lichtquelle derart inszeniert, dass das Licht selber zeichnet und flirrende geometrische Konstellationen sichtbar werden.

 

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